Sommerekzem

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So sich wie der Sommer ist auch das Sommerekzem

kb/ew Vom Sommerekzem sind Pferde und Besitzer gleichermassen betroffen. Die Pferde leiden unter dem quälenden Juckreiz und kratzen sich blutig – die Besitzer erleben bei den Versuchen durch Einreibungen oder Einträufeln von Medikamenten Linderung zu verschaffen eine Enttäuschung nach der anderen.
So viel steht fest: Das Sommerekzem ist der Preis der Freiheit. Stallpferde sind kaum bis wenig betroffen.

 

Ekzem

Ekzem (aus dem Griechischen = Aufgegangenes) ist ein Sammelbegriff für entzündliche, nicht ansteckende Hautveränderungen.

 

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Die Geschichte des Sommerekzems

Das Sommerekzem ist eigentlich schon lange bekannt, so richtig populär wurde es aber in den sechziger Jahren, als Islandpferde in grösserer Anzahl importiert wurden und fast überall möglichst „frei“ und „robust“ gehalten wurden. In dieser Freiheit erkrankte sozusagen schlagartig eine ganze Rasse am Sommerekzem. Islandpferde galten folglich als Ekzemer. Wahrscheinlich sind Islandpferde aber nicht anfälliger als andere Rassen.

Die Auslöser

Fest steht, verschiedene Faktoren zusammen lösen das Sommerekzem aus. Fest steht auch, dass die sogenannte Gnitzen oder Kriebelmücken eine grosse Rolle spielen. Die Symptome der Ekzempferde stehen in einem engen Zusammenhang mit dem Lebenszyklus der Gnitzen.
Der ideale Lebensraum für die kleinen Stechmücken ist eine feuchtwarme, eher windstille Umgebung. Besonders an Bächen oder Teichen, aber auch in der Nähe von Misthaufen und Waldrändern finden sie diese kleinen Mücken ideale Biotope. Da Gnitzen sehr klein sind, können sie keine langen Strecken zurücklegen und wenn es windig ist können sie nicht fliegen. Das erklärt, warum das Sommerekzem in windigen Gegenden fast unbekannt ist und an windstillen feuchten Orten umso hartnäckiger auftritt.

 

 

 

 

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Gnitzen

Gnitzen schwärmen meist in der Abenddämmerung zu Hunderten aus. Die Blut saugenden Weibchen besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge. Die Stiche und sind deshalb besonders schmerzhaft, weil die Gnitzen eine grössere Öffnung von der Oberhaut bis in das Blutgefäss erzeugen müssen, um an das begehrte Blut zu gelangen. Gnitzen sind so genante „Poolsauger“. Sie saugen ihre Mahlzeit aus einem Blutpool. Damit das Blut nicht gerinnt und die Mahlzeit zu schnell beendet wird, scheiden die Gnitzen einen gerinnungshemmenden Stoff aus. Die Plaggeister hinterlassen übrigens auch bei Menschen besonders brennende und juckende Stiche. Gnitzen stechen am liebsten dort, wo die Haare senkrecht stehen, vor allem an der Schweifrübe, dem Mähnenkamm, auf der Kruppe, der Bauchnaht und in den Haarwirbeln.

 

Wen trifft es?

Alle Pferde werden gestochen, wenn auch wie bei den Menschen, unterschiedlich häufig. Aber längst nicht alle Pferde zeigen auf die Gnitzenstiche eine allergische Reaktion. Verschiedene Ursachen spielen eine Rolle, damit ein Ekzem ausbricht. Sicher ist, es trifft nicht nur die Islandpferde und sicher ist, das Erbgut spielt eine Rolle.

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Allergie

Als Allergie (griechisch „die Fremdreaktion oder andere Reaktion“) bezeichnet man eine überschiessende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe. Der Körper reagiert in übertriebenem Masse auf Stoffe, die eigentlich harmlos sind, er benimmt sich, als ob er gegen einen gefährlichen Eindringling zu kämpfen hätte.
Nicht der mechanische Reiz durch den Gnitzenstich verursacht das Auftreten des Ekzems, sondern die allergische Reaktion des Pferdes auf die Speichelsekrete der Mücken.

Behandlung

Ekzembehandlungen gibt es wie Sand am Meer. Und vielen Pferdebesitzer fällt es schwer, nicht dauernd etwas Neues auszuprobieren. Egal was man tut, man sollte sich klarmachen: Eine echte “Heilung” von der Allergie gibt es nicht. Um die Krankheit gut zu managen braucht der Pferdebesitzer Erfahrung, Geduld und Voraussicht. Voraussicht mit Vorbeugen – sei es mit Schmieren und Salben oder einer Ekzemdecke – den Ausbruch so klein wie möglich zu halten. Geduld das Resultat einer Behandlung einmal abwarten zu können und die Erfahrung sammeln, welche Behandlung ist für Pferd und Pferdbesitzer die richtige ist. Und da gibt es keine Einheitslösung. Es hängt eben einmal mehr von so vielen Faktoren ab.

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